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Vowi-Fußball-Tippspiel 2005/06

Neuigkeiten:
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Neujahr 2006

Ich lief durch den Bethmanpark -wo der japanischen Garten ist- zur Konstablerwache. Es war nasskalt. Seit Stunden regnete es in feinen Fäden. Der Boden im Park war eine einzige Pfütze. Einzelne Inseln aus Matsch versickerten langsam. Kein Mensch war im Park zu sehen. Als ich schon fast wieder am Ausgang war, bemerkte ich eine alte Frau, die auf ihren Knien auf einer Bank hockte und sich dabei an der Rückenlehne festhielt. Sie bewegte sich seltsam statisch, aber dennoch in einer Art Rhythmus. Ihre Schuhe hatte sie fein säuberlich vor die Bank gestellt. Sie trug über ihre Strümpfe nur eine Art Galoschen.
Ich erinnerte mich promt an die anderen "Verwirrten" der letzten Zeit. Der eine, der nachts in die Vowi kam, (als ich gerade mein letztes Weizen trinken wollte), ein kleiner freundlicher alter Mann, der seinen Namen nicht wusste, nicht sagen konnte, wo er wohnt und was er eigentlich gerade macht. Oder ich erinnerte mich an den alten Mann, der oft in Bornheim auf der Wiesenstraße steht. Er lebt auf der Straße, ist schmutzig, hat einen krummen Rücken und zittert immer. Um eine Dose zu öffen, braucht er Stunden. Auf meine Frage, ob er Hilfe benötigt, kommt immer nur ein gezischtes "Lass mich in Ruhe!" und eine abweisende Handbewegung.
Ich blieb also stehen und entschloss mich, die alte Frau anzusprechen, ob alles in Ordnung sei. Wenn sie Hilfe bräuchte, könnte ich die Polizei oder diesen Bus anrufen, der Obdachlose in der kalten Jahreszeit in warme Unterkünfte irgendwo am Ostpark, wohl an der Hanauer Landstraße, bringt, wo ich freiwillig nie schlafen würde.
Ich hatte kaum meine Frage nach ihrem Wohlbefinden über die Lippen gebracht, als eine höchst agile Frau mir in radebrechendem Deutsch erklärte, ein wenig Sport zu treiben, was ihr als Fünfundsiebzigjährigen ganz gut tut. Leider sei ihr Deutsch sehr schlecht, denn sie kommt aus Moskau, wo sie Englisch und Spanisch unterrichtete. Und so unterhielten wir uns nachmittags im Bethmannpark. Ich suchte verzweifelt nach den Wörtern, die mir auf Deutsch einfielen, welche ich in Englisch noch einigermaßen ausdrücken konnte, die mir aber auf Russisch längst entschwunden waren. Ach, würde ich doch Russisch sprechen können:
Ein Zeichen,
eine Vorsehung,
ein spiritueller Hinweis,
ein transzendente Erscheinung,
ein Aha-Erlebnis,
ein dezenter Hinweis,
ein Klaps auf den Hinterkopf,
eine ausgedachte Geschichte,
ein Wintermärchen,
ein Neujahrswunsch...


IM Gasprom