Volkswirtschaft / Neuigkeiten


   

Vowi-Fußball-Tippspiel 2005/06

Neuigkeiten:
1. Halbjahr 2000
2. Halbjahr 2000
1. Halbjahr 2001
2. Halbjahr 2001
1. Halbjahr 2002
2. Halbjahr 2002
1. Halbjahr 2003
2. Halbjahr 2003
1. Halbjahr 2004
2. Halbjahr 2004
1. Halbjahr 2005
2. Halbjahr 2005
01.01.06
08.01.06

15. Januar 2006

Es war wieder spät geworden in der Volkswirtschaft. Vielleicht schlug die alte Kuckucksuhr Viertel nach Zwei oder auch schon Viertel nach Drei. Der Wirt, ein großer Pinguin, gähne und hörte widerwillig seinen letzten drei Gästen zu: Schleiereule, Iltis und Maulwurf.
Die Schleiereule und der Iltis hatten schon längst ihr Glas ausgetrunken. Nur der Maulwurf nippte noch sein Haselnußbier. Es war nicht die erste Flasche. Dies merkte man an Tonfall und Gestus. Der Iltis hatte gar keinen Alkohol zu sich genommen. Nur einen gebratenen Fisch und Grassaft mit Honig (Graho) war sein ganzes Menü. Normalerweise aß er immer eine Suppe, welche die Tiere der Taiga mit in die Volkswirtschaft gebracht hatten. Aber anstatt sie bei ihrem Namen Soljanka zu bestellen, sagte immer eine Ljubljanka bitte. Dies fand er sehr witzig. Ganz im Gegensatz zum Pinguin, der gerade so tat, als ob er die Ljubljanka nicht aus der Vergangenheit, sondern aus eigener Erfahrung kannte. Die Schleiereule wiederum liebte klares Quellwasser und den Saft der Holunderbeeren, aus den in der Volkswirtschaft ein wunderbarer Wein hergestellt wurde.
Schon seit geraumer Zeit beschimpfte der Maulwurf den Iltis. Das Haselnußbier tat sein übriges. Der Maulwurf wurde fast ausfällig. Der Iltis lachte nur. Doch sein Lachen hatte einen unsicheren Klang. Schließlich ging der Maulwurf auf die Toilette. Der Iltis fing nun seinerseits an, die politische Lage einer sehr kleinen Gruppe von Tieren zu diskutieren. Man wollte demnächst gegen diverse pelztragende und fleischfressende Tiere demonstrieren. Doch dabei sollte es nicht um diese Tiere und ihre Politik gehen. Der Iltis wollte vielmehr die noch winzigeren kleinen Untergruppen seiner scheinbar politischen Freunde entblößen. Er gebrauchte passend zum Wort Ljubljanka entlarven. Er gestaltete zur Illustration seiner Pläne eine genaue Geographie seiner politischen Freunde. Mit immer neuen Argumenten enlarvte er deren Positionen. Da erschien ein junges Kamel. Es hatte kaum ein paar Worte aufgeschnappt, schon wollte es sich zu den drei setzten. Es hatte dazu noch großen Durst nach Haselnußbier. Das junge Kamel siezte alle und bat inständig, ihm doch die vielen Worte, welche durch den Raum schallten, zu erklären. Er wollte beispielsweise wissen, was linksradikale Leere ist, wie man als junges Tier richtig lernen kann und was eigentlich politisch sinnvoll und notwendig ist. Bis auf den Pinguin waren alle, soweit sie es noch konnten, bereit, ihr Wissen weiterzugeben. Schon refelktierte der Iltis über die Französiche Revolution, die Frauenfrage... Dem Pinguin reichte es. Er wollte nach Hause in die Stille der Arktis. Genervt schlug er seine Flügel auf und ab und beendete kurzerhand das Gepräch. Es hätten nun alle genug schwadroniert, was eine linksradikale Leere sei, könne das junge Kamel bei der demnächst stattfindenden Demonstration gegen diverse pelztragende und fleischfressende Tiere erfahren. Der Pinguin wollte sie alle nun radikal nach Hause bitten. Alle trollten sich. Der Pinguin auf seinem kalten Nachhauseweg dachte bei sich:
Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter!

IM Äsop